Links-Rechts-Ansatz

Der Links-Rechts-Ansatz als horizontale Richtungsbeschreibung politischer Ideologien hat sich in unserem im Alltag etabliert und wird in der politischen Diskussion genutzt.

Um politische Einstellungen, Haltungen und Denkweisen zu bestimmen, nutzen wir in Öffentlichkeit und Politik einfache Begriffe: Jemand oder eine Partei ist links oder rechts. Jemand oder eine Partei ist eher links, mitte-links, links-liberal oder rechts-populistisch. Oder jemand oder eine Partei ist rechtsextrem, rechtsradikal, linksextrem oder linksradikal. Diese Begriffe und das damit verbundene Links-Rechts-Schema haben sich in der Alltagssprache etabliert.

Links-Rechts-Ansatz

Grundtypen-Ansatz

Der Links-Rechts-Ansatz wird seit Jahrhunderten genutzt und diente im Kontext der Französischen Revolution dazu, die beiden widerstreitenden Kräfte voneinander abzugrenzen. Heute werden links die Parteien positioniert, die für einen gesellschaftlichen Wandel im Sinne von Selbstbefreiung, Emanzipation und Egalität eintreten, während rechts Parteien positioniert werden, die dem Gedanken der Hierarchie, der gewachsenen Ordnung sowie der Autorität nahe stehen (vgl. Decker 2018: 23f).

Der Links-Rechts-Ansatz diente der politischen Theoriebildung lange Zeit als Orientierungshilfe und wirkt heute noch auf die Politikwissenschaft, auch wenn in dieser der Ansatz als obsolet betrachtet und durch alternativ Ansätze ersetzt wurde. Zwei Bedeutsame dieser Ansätze sind das –>Konfliktlinien-Modell und der –>Parteifamilienansatz.

Quelle: Decker, Frank (2018): Jenseits von links und rechts. Lassen sich Parteien noch klassifizieren?, Aus Politik und Zeitgeschichte 46-47/2018, S. 21-26.