Generationenextremismus im Roman „Inferno“

Im Roman „Inferno“ von Dan Brown aus dem Jahr 2013 zeigt der Wissenschaftler Bertrand Zobrist ein totalitäres menschheitsbezogenes Denken. Er möchte die Menschheit mit einem Krankheitserreger dezimieren, um das Problem der Überbevölkerung zu lösen.

Der Hauptcharakter Robert Langton ist Professor für Symbolologie und verfolgt im Roman das Ziel, den Biochemiker Bertrand Zobrist zu stoppen. Dieser hat in der Überbevölkerung der Erde das vermeintlich größte Problem der Menschheit identifiziert und sich hinsichtlich des Überlebens der Menschheit radikalisiert. Um eine demographische Apokalypse aufzuhalten, hat Zobrist einen Virus erschaffen, das als Vektor ein Gen in die menschliche DNA einschleust und ein Drittel der Menschen unfruchtbar macht.

Unabhängig davon, wie man die Bevölkerungsentwicklung beurteilt, zeigt der Charakter Bertrand Zobrist, wie man das Ziel des Überlebens der Menschheit und damit die Interessen aller künftigen Generationen über alle anderen politischen Ziele stellen und sich hierbei mit der vermeintlich richtigen und notwendigen Einstellung ideologisch radikalisieren kann. Der menschheitsbezogene Ideologietyp fokussiert sein Denken auf das Überleben des Menschheit und kommender Generationen. Seine zentrale Kategorie ist die der Nachhaltigkeit. Die Abwägung zwischen Individualinteressen (Menschen, die heute leben) und Kollektivinteressen (Menschheit künftiger Generationen) erfolgt bei Zobrist radikal zugunsten des Überlebens der Menschheit. Bertrand Zobrist’s Politikverständnis lässt keine anderen Perspektiven im Interesse der Menschen zu, die von seinem Plan betroffen und/oder sterilisiert werden sollen. Daher ist seine politische Einstellung totalitär und sie führt zu Gewalt.

Ähnliche Züge dieses menschheitsbezogenen ideologisch extremen Denkens mit Blick auf die Weltbevölkerung und künftige Generationen findet sich in politisch extremen Einstellungen zum Klimaschutz, wenn z.B. Menschen im Sinne des Klimaschutzes ähnlich drastische Schritte zur Dezimierung der Weltbevölkerung vorschlagen. Der CO2-Verbrauch ließe sich schließlich durch die Anzahl der Verursacher:innen reduzieren.

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