„Querdenken“ und Partei „Die Basis“ als neue Form des Einzelmensch-Extremismus

Die Bewegung gegen politische Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in den Jahren 2020/21 und die in diesem Zuge im Sommer 2020 neu gegründete Partei „dieBasis“ legen den Freiheitsbegriff negativ radikal (Freiheit von…) aus und stellen einen auf bürgerliche Freiheit bezogenen Extremismus des Einzelmensch bezogenen Grundtypen dar.

Die zentrale Kategorie der Aktivist:innen gegen Corona-Maßnahmen (Querdenker:innen/ Partei „dieBasis“) ist Freiheit im Verständnis negativer Freiheit. Während negative Freiheit als „Freiheit von…“ verstanden werden kann, versteht sich positive Freiheit als „Freiheit zu…“. Die radikale Ablehnung von Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus bezieht sich u.a. auf das Tragen von Schutzmasken, Kontaktbeschränkungen oder die Schließung privater und öffentlicher Einrichtungen. Um deutlich zumachen, dass derartige Einschränkungen der bürgerlichen Freiheit nicht gerechtfertigt sind, werden durch die Bewegung Ortsgruppen gegründet, Demonstrationen angemeldet, Aktionen zur Widersetzung gegen Gesetze und Verordnungen oder gegen politische und wissenschaftliche Repräsentanten organisiert.

Unabhängig davon, ob die in der Bewegung evidente Existenz der Corona-Pandemie geleugnet oder ihre Auswirkungen verharmlost werden, geht es im Kern darum, dass die Corona-Maßnahmen als ungerechtfertigt und freiheitsberaubend betrachtet werden (Corona-Diktatur). Da das Freiheitsverständnis bei dieser Ideologie im Zentrum steht und radikal ausgelegt wird – nämlich dass die Freiheitsinteressen der Einzelnen vor die Interessen des Kollektivs gestellt werden – handelt sich sich bei der Bewegung um einen (in Deutschland) neuen Extremismus des Einzelmensch bezogenen Grundtyps. Die Partei „Basisdemokratische Partei Deutschland“ (dieBasis) als parteipolitischer Arm der Bewegung stellt den Mensch als körperlich-seelisch-geistiges Wesen in den Mittelpunkt und setzt die individuelle Freiheit ins Zentrum ihrer Politik. Ihre antipluralistische Haltung wird darin deutlich, dass die Partei sich nicht ideologisch verortet, sondern ihre Politik als „sachlich“ umschreibt.

Die in der Öffentlichkeit diskutierte Vermischung der Bewegung mit gruppenbezogenem Extremismus (Rechte Gruppen) oder mit der politischen Partei AfD liegt nicht an der ideologischen Nähe der Bewegung mit gruppenbezogenem Extremismus. Schließlich liegt es im Kern gruppenbezogener Ideologien, die eigene Gruppe zu schützen. Daher ist bei Parteien und Bewegungen dieses Typs ideologisch anzunehmen, dass konsequente Schutzmaßnahmen ergriffen und propagiert werden, und weniger die Frage des „ob“, sondern eher die des „wie“ diskutiert wird. Eine Frage könnte bei gruppenbezogenen Ideologietypen zum Beispiel sein, wie sehr die Gruppe dazu bereit ist, einzelne Mitglieder zum Wohle der Gruppe zu „opfern“.